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Persönliche Kolumne · 24. Oktober 2026

Weihnachten, ohne Weihnachten zu feiern?

Was, wenn einen an Weihnachten besonders das fasziniert, was man gar nicht selbst veranstalten möchte?

Es gibt verschiedene Arten, Weihnachten zu mögen. Man kann sich auf Familienbesuche freuen, mit Begeisterung das Haus schmücken – oder mit einer Tasse Kakao vor dem Fernseher sitzen und beobachten, wie fremde Menschen in einer fiktiven Kleinstadt ein Fest nach dem anderen organisieren.

Genau diese letzte Variante ist der Ausgangspunkt von Christmas Overload. Das Projekt entsteht aus einer persönlichen Hassliebe zu Weihnachten: einer Faszination für Filme, Rituale, Weihnachtsmärkte, Backen, Basteln und Dekorieren, ohne dass dahinter der Wunsch stehen muss, selbst das klassische Weihnachtsfest zu feiern.

Das ganze Fest in zwei Filmstunden

In einem typischen Weihnachtsfilm passt erstaunlich viel Leben: jemand verliert den Glauben an die Liebe, eine Bäckerei steht vor der Schließung, der Nachbar übertreibt es mit der Beleuchtung und am Ende fallen die Schneeflocken natürlich genau im richtigen Moment. Der Weihnachtsfilm verdichtet Wünsche, Konflikte und Sehnsüchte zu einer kleinen, glitzernden Welt.

Das kann albern sein. Es kann nerven. Und manchmal trifft es trotzdem etwas, das man gern selbst erleben würde – nur vielleicht nicht mit fünfzehn Verwandten und einem echten Braten, der in vierzig Minuten fertig sein muss.

Ein bisschen Weihnachten reicht manchmal

Vielleicht besteht der schönste Weihnachtsmoment aus einer Kakao-Pause. Vielleicht aus einem Spaziergang mit dem Hund, einem Rezept, einer kleinen Dekoration oder einer romantischen Filmsequenz, bei der man wissend die Augen verdreht.

Christmas Overload nimmt diese Fantasie beim Wort: Was wäre, wenn man alle festlichen Aktivitäten virtuell ausprobieren könnte? Einen Baum schmücken, eine Weihnachtskatastrophe auslösen und danach einfach wieder im eigenen Tempo weiterspielen?

Das ist keine Abwertung echter Feiertagstraditionen. Eher eine Einladung, sich aus dem ganzen Weihnachtsangebot die Momente auszusuchen, die einem tatsächlich Freude machen.

Vielleicht ist das schönste Weihnachten manchmal das, das man nicht selbst organisieren muss.

Diese Kolumne beschreibt eine persönliche Perspektive. Sie ist keine psychologische Erklärung dafür, warum Menschen Weihnachten lieben oder ablehnen – aber ein guter Ausgangspunkt, um genauer hinzuschauen.

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